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dinsdag 16 oktober 2012

Einsamkeit


Die Einsamkeit ist wie ein Regen.
Sie steigt vom Meer den Aben den entgegen;
von Ebenen, die fern sind und entlegen,
geht sie zum Himmel, der sie immer hat.
Und erst vom Himmel fällt sie auf die Stadt.

Regnet hernieder in den Zwitterstunden,
wenn sich nach Morgen wenden en alle Gassen
und wenn die Leiber, welche nichts gefunden,
enttäuscht und traurig von einan der lassen;
und wenn die Menschen, die einander hassen,
in einem Bett zusammen schlafen müssen:
dann geht die Einsamkeit mit den Flüssen.

Rainer Maria Rilke,
21.9.1902, Paris

zaterdag 15 oktober 2011

Heb geduld



Heb geduld met alles wat onopgelost is in je hart
en probeer je vragen met liefde te bezien,
als kamers die gesloten zijn
of als boeken in een volslagen vreemde taal.

Zoek nog niet naar antwoorden.
Die kunnen je nog niet gegeven worden,
omdat je niet in staat zou zijn ze te leven.
En het gaat erom alles 'te leven'.

Leef nu de vragen.
Misschien zul je dan geleidelijk,
zonder het te merken,
jezelf, ooit op een dag,
in het antwoord terugvinden.

Rainer Maria Rilke

zondag 2 oktober 2011

Man muss den dingen ...



Man muss den dingen
die eigene, stille,
ungestörte entwicklung lassen,
die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann;
alles ist austragen -
und dann gebären ...

Reifen wie der baum,
der seine säfte nicht drängt
und getrost in den stürmen
des frühlings steht,
ohne angst,
dass dahinter kein sommer
kommen könnte.
er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den geduldigen,
die da sind,
als ob die ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit ...

Man muss geduld haben,
gegen das ungelöste im herzen,
und versuchen,
die fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene stuben,
und wie bücher,
die in einer sehr fremden sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
wenn man die fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden tages
in die antwort hinein.

Rainer Maria Rilke
1875 - 1926

Sunset



Slowly the west reaches for clothes of new colors
which it passes to a row of ancient trees.
You look, and soon these two worlds both leave you.
One part climbs toward heaven, one sinks to earth.

Leaving you, not really belonging to either:
not so helplessly dark as that house that is silent,
not so unswervingly given to the eternal as that thing
that turns to a star each night and climbs.

Leaving you, your own life
timid and standing high and growing;
So that, sometimes blocked in,
and sometimes reaching out,
one moment your life is a stone in you,
and the next ... a star.

Rainer Maria Rilke